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Achtsamkeit im Alltag

Meine Yogalehrerin sagt immer "geh liebevoll und achtsam mit dir um". Was ist Achtsamkeit? Wo fängt sie an? Diese Fragen habe ich mir während meines Studiums oft gestellt! Ob ich all die Jahre immer achtsam mit mir selbst umgegangen bin? Die Frage lässt sich für mich einfach beantworten. Ich habe viele Jahre nicht mehr auf meine innere Stimme gehört, nicht gefühlt was mir gerade gut tut. Mein Körper und mein Geist haben wie ein Roboter funktioniert. Die Folgen habe ich nicht sofort gespürt - es war ein schleichender und langsamer Prozess. Rastlos, erschöpft, schlaflos und aufgearbeitet trifft es ganz gut.  Dazu hat mich täglich ein Meer aus positiven und negativen Gedanken begleitet. Aber wirklich damit auseinander setzten wollte und konnte ich nicht. All dies habe ich immer von mir geschoben und verdrängt wo ich nur konnte. Achtsamkeit habe ich erst wieder durch meinen Lehrgang zur Entspannungstrainerin erfahren. Mit Hilfe von Meditation und gezielten Übungen habe ich wieder ein Stück zu mir selbst gefunden!  Deshalb ist es mir heute besonders wichtig darüber zu schreiben. 

 

Was ist Achtsamkeit?

Sie ist ein geistiger Zustand, in dem wir die den aktuellen Gemütszustand unseres Körpers erfahren. Mit Hilfe von kleinen Meditationen gelingt es uns leichter in unser Innerstes zu horchen. Die Gedanken und Gefühle lassen sich dadurch einfacher benennen. Alles was man bei dieser Übung wahrnimmt und spürt darf sein aber ohne Wertung! Es gibt viele Wege, die uns zu mehr Achtsamkeit im Leben führen können. Leitgedanke ist immer; was fühle ich gerade, was nehme ich wahr, was passiert gerade mit mir. 

Wie zeitaufwändig ist Achtsamkeit?

Achtsamkeitsübungen sind zu jeder Tag- und Nachtzeit möglich. Wenige Minuten reichen aus um unsere Achtsamkeit zu schulen. Man sollte sich dabei nicht gestresst fühlen und die kurze Übung nicht zwischen Tür und einem Meeting erledigen. Mir helfen diese Minuten bei Einschlafproblemen oder einfach zwischendurch. Ich bin der Beobachter meiner Gefühle und Gedanken, ich nehme ganz bewusst war und verbinde mich dabei mit meinem Atem. Sehr oft schlafe ich bei dieser Übung nachts einfach ein. 

Wie sieht eine Achtsamkeitsübung aus?

Viel benötigst du dafür nicht. Ein bequemer Stuhl oder ein Gymnastikmatte reichen völlig aus. Oder du legst dich in dein Bett. Du kannst die Übung im sitzen oder liegen ausführen. Finde für dich die perfekte Lösung. Sorge dafür das dich in diesen 5 Minuten niemand stört, nur so kannst du dich ganz auf dein Innerstes konzentrieren. 

 

Schließe sanft deine Augen und verbinde dich mit deinem Atem. Atme ruhig und gleichmäßig ein und aus. Nimm Geräusche drinnen und draußen wahr. Lass diese dann wieder ziehen. Konzentriere dich auf deinen Atem. Stelle dir vor wie du mit jeder Ausatmung immer ruhiger wirst und all deinen Ballast der dich jetzt gerade stört in den Boden absinkt. 

 

Höre tief in dich hinein. Stelle dir einen Fluss vor auf dem kleine Boote fahren. Jedes Boot steht für einen Gedanken und ein Gefühl. Halte immer wieder einen Gedanken, ein Gefühl fest und lass dieses Boot dann wieder weiter fahren. 

 

Was fühle ich dabei?

Was macht mein Atem?

Was sehe ich gerade?

Was rieche ich?

Was höre ich gerade?

Wie fühlt sich mein Körper an?

 

Das sind alles Fragen, die du dir bei dieser kleinen Übung stellen kannst - aber ohne Wertung. Alles darf sein - nichts muss!

 

Lass deine Atmung jetzt wieder tiefer werden. Atme mindestens drei bis vier Sekunden tief in den Bauch ein und aus. Lenke deine Aufmerksamkeit wieder zurück in deinen Raum und zu dir. Wenn du soweit bist öffne deine Augen und du bist im hier und jetzt zurück. 

Wobei hilft uns Achtsamkeit?

  • unseren Geist und unser Bewusstsein zu trainieren.
  • im hier und jetzt zu Leben - nicht in der Vergangenheit oder der Zukunft. Den Moment der jetzt passiert bewusster zu erleben und genießen
  • Kleine Dinge schätzen lernen. Vogelgesang, eine Tasse Tee, Sonnenstrahlen auf der Haut
  • Warnsignale unserer Körpers früher zu erkennen. Kalte Hände, Schlaflosigkeit, grübeln, Angst
  • Resistenter und gelassener in Stresssituationen 
  • Steigerung der Lebensqualität

Was hat sich bei mir verändert?

Gehe ich achtsamer mit mir um? Auch bei mir ist es ein langer Weg. Meine Gedanken schweifen auch hin und wieder in die Vergangenheit zurück. Hätte, könnte, wenn.... Diese Gedanken quälen mich noch heute, aber ich versuche sie bewusst zu benennen. Mit Hilfe dieser Übung fällt es mir leichter zurück in die Gegenwart zu finden. Es ist nicht einfach. Aber Leben heißt auch ein lebenslanges lernen. So lange wir das erkennen und ständig an uns arbeiten sind wir auf einen guten Weg. 

Frage dich jeden Abend "bin ich heute achtsam mit mir umgegangen"? Wenn du diese Frage mit Nein beantwortest dann nimm dir 5 Minuten Zeit! Namaste, eure Sandra

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